Als Kind war ich die Kreative im Haus. Ich hab gemalt, gebastelt, Stöcke umstrickt (damals schon! Keine Ahnung, wie ich auf diese Idee kam), Tapetenbahnen mit Jungelmotiven versehen, Porzellan mit neuem Dekor aufgehübscht und meine Klamotten customized (das tat man in den 80ern als Standardteenie).
Während meines Studiums war ich nicht minder fleißig, aber mein Schwesterlein hat mich jedoch links in ihrer Produktivität überholte. Um die Jahrtausendwende ging es dann los mit Eigenkreationen für Pippi und Patchworkdecken zum Krabbeln. Aber es wurde weniger.
Ein bisschen Nähen hier, ein kurzer Malkurs da, ein wenig Homedeko.
Und plötzlich ist die ganze Welt um mich herum kreativ!
Bastelzeitschriften (die nennt man jetzt irgendwie anders) schießen wie Pilze aus dem Boden.
In jedem Blog wird gebastelt und gebacken, was das Zeug hält. Alle Kinder sind bestrickt und benäht. Männer mit fluffigen Beaniemützen ausgestattet. Ich sehe mir Wohnungen an, die komplett in Schwarz-/Weißtönen eingerichtet sind - der einzige Farbklecks sind die allerneuesten Dekozeitschriften auf dem Sofa. Ich sehe selbst kreierte Stoffe, allerkuscheligste Pullover, Retrokleider, unglaubliche kreative Kerzenständer, die aus den unglaublichsten Materialien upgecyled wurden.
Und das alles nicht nur einmal die Woche, sondern täglich. Jeden Tag eine neue kreative Idee, die dann bei einem Stückchen selbstausgedachten Schokoladen-Mandel-Kokosflockenschneegestöber-Tortenstück präsentiert wird. Natürlich passt das Geschirr farblich zu den selbstgenähten Stoffservietten. Und das Schulbrot ist nicht etwa ein simples Leberwurstbrot (ohje, mein armes Kind!), sondern es sind fragile Brotkreationen in Form von Kolibris mit handgeschnitzen Möhrenröschen. Ach, ja: Und alles ist vegan!
Jetzt stehe ich verwundert in der Bloggerwelt und frage mich: Was machen die Bloggerinnen mit Rind und Kind - wohnen die woanders? Wieviele Geschirrsets braucht man? Was macht man mit Ehemännern, die vegan für eine Nervenkrankheit halten und gerne mal ein Schnitzel essen. Oder zwei?
Genau die Ehemänner oder Partner? Wo werden sie versteckt? Was sagen die zu dem komplett weißen Wohnzimmer, wo sie sich nicht aufs cremefarbene Sofa setzen dürfen, weil die Jeans abfärben könnte? Wenn ich zu dekorieren anfange, dann hat der Popstar ganz bestimmt eine Meinung dazu - und es ist nicht immer die meinige. Ignoriert man das dann? Und mein Popstar ist ein durchaus sehr aufgeschlossener Popstar! Aber Suppe in kleinen Weckgläsern würde ihn überfordern.
Woher liebe Kolleginnen nehmt ihr die Zeit? Bis ich die Nähmaschine abends ausgepackt habe und das Kindlein final im Bett liegt bin ich fertig mit der Welt. Und der gerade Weg ins eigene Schlafgemach wird nur mit einem kreativen Schlenker am Badspiegel vorbei aufgewertet.
Ich muss gestehen: ich bin beeindruckt!
(Und kenne natürlich den egriff "Medienrealität"... Schon klar, dass das in Wirklichkeit nicht alles imme so perfekt ist und sich hinter dem weißen Sofa die ungewaschenen Socken stapeln... Oder etwa nicht?)
Was denn nun?
Mittwoch, 29. Januar 2014
Pippi ist richtig normal. Nicht hochbegabt oder tiefbegabt. Schule klappt. Mal sehr gut, mal gut, mal nicht so doll. Je nach Tagesform, Motivation oder Pubertätslevel. Ganz normal halt.
Letztes Jahr um diese Zeit flossen Tränen und ich trat zum Lehrergespräch mit der Sportlehrerin, aka Klassenlehrerin an, weil eine 3, nun eine 3 von Pippi in Sport nicht akzeptiert wurde.
Mir wär das ja wurscht gewesen. Ich war in Sport fast immer 3, besser erst in der Oberstufe. Aber egal, was tut man nicht für den Seelenfrieden des Kindes und so hörte ich mir ein bisschen was über mangelnde Motivation an.
Verständlich. Ein bisschen Faulheit gepaart mit Rumquatschen und ein bisschen Unfähigkeit, hoch zu springen.
Heute:
"Mama, wir müssen morgen früh aufstehen. Der Bus nach Kaiserslautern fährt um 7.30 Uhr ab."
Frau busybee: "???"
Pippi: "Morgen. Jugend trainiert für Olympia. Schwimmen."
Frau busybee: "???"
Pippi: "Ich fahr morgen zum Schwimmwettkampf."
Frau busybee: "???"
Ich muss jetzt mal erklären, dass Pippi weder im Schwimmverein ist, noch irgendwann mal die Worte "Olympia, Training etc." gefallen sind.
Irgendwann erklärte sie mir dann, dass ihre Lehrerin angemeldet hat, weil sie im Schwimmunterricht so ausserordentlich gut und motiviert ist.
Aha.
Ich bin gespannt. Mir wär das nicht passiert ;-)
Letztes Jahr um diese Zeit flossen Tränen und ich trat zum Lehrergespräch mit der Sportlehrerin, aka Klassenlehrerin an, weil eine 3, nun eine 3 von Pippi in Sport nicht akzeptiert wurde.
Mir wär das ja wurscht gewesen. Ich war in Sport fast immer 3, besser erst in der Oberstufe. Aber egal, was tut man nicht für den Seelenfrieden des Kindes und so hörte ich mir ein bisschen was über mangelnde Motivation an.
Verständlich. Ein bisschen Faulheit gepaart mit Rumquatschen und ein bisschen Unfähigkeit, hoch zu springen.
Heute:
"Mama, wir müssen morgen früh aufstehen. Der Bus nach Kaiserslautern fährt um 7.30 Uhr ab."
Frau busybee: "???"
Pippi: "Morgen. Jugend trainiert für Olympia. Schwimmen."
Frau busybee: "???"
Pippi: "Ich fahr morgen zum Schwimmwettkampf."
Frau busybee: "???"
Ich muss jetzt mal erklären, dass Pippi weder im Schwimmverein ist, noch irgendwann mal die Worte "Olympia, Training etc." gefallen sind.
Irgendwann erklärte sie mir dann, dass ihre Lehrerin angemeldet hat, weil sie im Schwimmunterricht so ausserordentlich gut und motiviert ist.
Aha.
Ich bin gespannt. Mir wär das nicht passiert ;-)
Timeout in Paris
Montag, 27. Januar 2014
![]() |
| Bioessen aus dem Glas |
Der Parisausflug, ja der Parisausflug, der eigentlich nach Saarbrücken ging, von dem haben wir noch kein bisschen berichtet...
Saarbrücken deshalb, weil wir Pippi nichts von ihrem Glück erzählt und nur einen kleinen Trip nach Saarbrücken angekündigt hatten. Das hat sie auch so hingenommen und da das Kindelein ja langsam älter wird und gerne stundenlang am Ipod rumspielt, merkte sie auch erst an der ersten Mautstation, dass irgendwas seltsam ist.
Diese Ungläubigkeit bei der Verkündung des Reiseziels war unbezahlbar!
Und so hatten wir drei wunderbare Tage in der Stadt der Liebe!
("Mama, warum heisst das "Stadt der Liebe"? Wenn man den Menschen andauernd die Köpfe abschlägt und sie unter die Guillotine legt, dann ist das nicht wirklich liebevoll!")

Wenns nach Pippi gegengen wäre, dann würden wir noch immer den Eifelturm hoch und runter fahren. Der Popstar bekommt Extraübungsstunden im "Fußgängersein", da er zweimal knapp dem Überfahren entgangen ist (und ich mein hier nicht: runter vom Bordstein ohne zu gucken und schnell wieder rauf, sondern runter vom Bordstein direkt vor den Bus oder mit Schwung ANS Auto).

Aber es war perfekt, da wir es geschafft haben, jeden glücklich zu machen!
![]() |
| Versailles |
Labels:
Frankreich.
Urlaub
Manchmal sind Dienstage wie Montage
Dienstag, 21. Januar 2014

... besonders wenn man Montag frei hatte.
Besonders, wenn man das Wochenende den Popstar bei einer Eventplanung in Österreich helfen darf. Urlaub ist anders.
Dafür gab es ein wunderschönes Spa mit einem göttlichen Masseur. Leider mag er nicht nach Mainz umziehen. Sein heiß geliebtes Murmeltierfett (werden da eigentlich kleine Tiere für ausgewrungen?) passt aber auch eher in die Österreichischen Alpen - sehr geruchsintensiv.
Schlagerbee
Samstag, 18. Januar 2014
Geht es euch auch so: Da schreibt man irgendwann einen Post und irgendwas fehlt dann noch und man stellt ihn nicht online. Davon habe ich eine wirklich aparte Sammlung. Das ein oder andere wird dann irgendwann fertiggestellt, anderes passt einfach nicht mehr (beispielsweise lungert hier noch ein Beitrag über Papst Benedikt rum - ist jetzt überholt. Eigentlich schade.)
Hier kommt also eine nette Geschichte aus dem letzten Frühjahr -April müsste es gewesen sein...
Der Popstar hatte mal wieder Auftritte im nahen Ausland und Frau busybee nutzte die Möglichkeit, diese Zeit an der Seite ihres Holdesten zu verbringen. Neben Aufenthalten in der Sauna und am Buffet eines feinen Hotels, schleppte ich meine müden Knochen zu den Abendveranstaltungen. Eine ab und an ist ja immer schön, aber drei in Folge gehen Frau busybee ziemlich an die Substanz. Oder waren es sogar vier?
Um mal eines vorweg zu schicken: Der Popstar ist kein Schlagerstar. Dieses Genre bedient er nicht. Dachte ich bis zu dem letzten Event.
Frau busybee lungerte wenig ladylike mit einem Fläschchen Bier in einer Ecke rum, smalltalkte ein bisschen hier und da und wippte auf ihren unbequemen Highheels hin und her. Die Stimmung war super, die Leute lustig und der Popstar plötzlich weg. Da macht sich frau keine Sorgen, denn notfalls konnte ich das nahe gelegene Hotelzimmer innerhalb von Minuten erreichen und der Saunaschwere einfach so nachgeben.
Ich hätte es ahnen müssen.
Aufgetaucht ist er nämlich relativ schnell wieder. Auf der Bühne. Als Schlagerfuzzi.
Und wenn der Popstar Gas gibt, dann sind das keine halben Sachen. Mit Herzschmerzmoderation und allem Pipapo.
Und was macht Frau busybee? Sie ist so geschockt, dass sie den nicht gerade kleinen Schluck Corona gleichmässig auf alle Umstehenden prustet. Volle Kanne auf die Abendgarderobe und den Nacken. Sehr peinlich. Und dann singt er auch grad noch was von bierbringenden Ehefrauen...
Hier kommt also eine nette Geschichte aus dem letzten Frühjahr -April müsste es gewesen sein...
Der Popstar hatte mal wieder Auftritte im nahen Ausland und Frau busybee nutzte die Möglichkeit, diese Zeit an der Seite ihres Holdesten zu verbringen. Neben Aufenthalten in der Sauna und am Buffet eines feinen Hotels, schleppte ich meine müden Knochen zu den Abendveranstaltungen. Eine ab und an ist ja immer schön, aber drei in Folge gehen Frau busybee ziemlich an die Substanz. Oder waren es sogar vier?
Um mal eines vorweg zu schicken: Der Popstar ist kein Schlagerstar. Dieses Genre bedient er nicht. Dachte ich bis zu dem letzten Event.
Frau busybee lungerte wenig ladylike mit einem Fläschchen Bier in einer Ecke rum, smalltalkte ein bisschen hier und da und wippte auf ihren unbequemen Highheels hin und her. Die Stimmung war super, die Leute lustig und der Popstar plötzlich weg. Da macht sich frau keine Sorgen, denn notfalls konnte ich das nahe gelegene Hotelzimmer innerhalb von Minuten erreichen und der Saunaschwere einfach so nachgeben.
Ich hätte es ahnen müssen.
Aufgetaucht ist er nämlich relativ schnell wieder. Auf der Bühne. Als Schlagerfuzzi.
Und wenn der Popstar Gas gibt, dann sind das keine halben Sachen. Mit Herzschmerzmoderation und allem Pipapo.
Und was macht Frau busybee? Sie ist so geschockt, dass sie den nicht gerade kleinen Schluck Corona gleichmässig auf alle Umstehenden prustet. Volle Kanne auf die Abendgarderobe und den Nacken. Sehr peinlich. Und dann singt er auch grad noch was von bierbringenden Ehefrauen...
Italienische Autos lieben Handtaschen
Mittwoch, 15. Januar 2014
Ja, die Italiener sind ein Völkchen, das auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens viel Wert legen: auf das Schöne und Edle...
Mein Supermario-Auto (aus Italien) ist ein kleiner kuscheliger Gefährte und jetzt nach über einem Monat gemeinsame Reisezeit, kenne ich auch bald alle Knöpfchen und Schalter, der Schutzengel ist angebracht und wir düsen munter durch die Gegend (nur die Tankanzeige stresst ein bisschen - die wird sehr schnell, sehr laut!)
Ich komme also von der Arbeit und werfe meine wunderschöne Tasche, die mir der Popstar zum Geburtstag verehrt hat (so ein Modell mit tollem Namen und auch schon richtig schick und edel) auf den Beifahrersitz. Wie immer befindet sich darin ein Survivalpaket für die Dame mit kleinem Wasserfläschen, Notration und diversen Verschönerungsartikeln.
Wir fahren.
Wir halten an der Ampel.
Wir fahren.
Plötzlich beginnt das Anschnallzeichen wie wild zu fiepen. Und wie bei der Tankanzeige ist es sehr laut. Unangenehm laut für meine Öhrchen.
Ich schnalle mich ab und wieder an, weil ich denke, dass ich meinen Mantel eingeklemmt haben könnte.
Immer noch lautes Gepiepe.
Ich schnalle mich wieder an und ab und beginne über die Technik zu fluchen. Anhalten. Motor aus und wieder an.
Es piept immer noch.
Ich halte an der Ampel und fische in der Handtasche nach meinem Handy um den Fiatpartner meines Vertrauens zu kontaktieren, da mir mittlerweile ein Hörsturz droht.
Leider bin ich wie immer ein bisschen dabbisch (wie der Hesse sagt) und mein Täschchen fällt vom Sitz. Und welch Wunder: Der Piepton geht weg.
Und da dämmert es mir: Italienische Autos lieben feine Handtaschen und damit ihnen nichts passiert, möchten sie doch bitte korrekterweise auf dem Beifahrersitz festgeschnallt werden.
Sehr schlau!
Vielleicht sollte ich aber auch mal darüber nachdenken, warum meine Tasche vom Sensor überhaupt erkannt wird...so rein gewichtstechnisch...
Mein Supermario-Auto (aus Italien) ist ein kleiner kuscheliger Gefährte und jetzt nach über einem Monat gemeinsame Reisezeit, kenne ich auch bald alle Knöpfchen und Schalter, der Schutzengel ist angebracht und wir düsen munter durch die Gegend (nur die Tankanzeige stresst ein bisschen - die wird sehr schnell, sehr laut!)
Ich komme also von der Arbeit und werfe meine wunderschöne Tasche, die mir der Popstar zum Geburtstag verehrt hat (so ein Modell mit tollem Namen und auch schon richtig schick und edel) auf den Beifahrersitz. Wie immer befindet sich darin ein Survivalpaket für die Dame mit kleinem Wasserfläschen, Notration und diversen Verschönerungsartikeln.
Wir fahren.
Wir halten an der Ampel.
Wir fahren.
Plötzlich beginnt das Anschnallzeichen wie wild zu fiepen. Und wie bei der Tankanzeige ist es sehr laut. Unangenehm laut für meine Öhrchen.
Ich schnalle mich ab und wieder an, weil ich denke, dass ich meinen Mantel eingeklemmt haben könnte.
Immer noch lautes Gepiepe.
Ich schnalle mich wieder an und ab und beginne über die Technik zu fluchen. Anhalten. Motor aus und wieder an.
Es piept immer noch.
Ich halte an der Ampel und fische in der Handtasche nach meinem Handy um den Fiatpartner meines Vertrauens zu kontaktieren, da mir mittlerweile ein Hörsturz droht.
Leider bin ich wie immer ein bisschen dabbisch (wie der Hesse sagt) und mein Täschchen fällt vom Sitz. Und welch Wunder: Der Piepton geht weg.
Und da dämmert es mir: Italienische Autos lieben feine Handtaschen und damit ihnen nichts passiert, möchten sie doch bitte korrekterweise auf dem Beifahrersitz festgeschnallt werden.
Sehr schlau!
Vielleicht sollte ich aber auch mal darüber nachdenken, warum meine Tasche vom Sensor überhaupt erkannt wird...so rein gewichtstechnisch...

