Keine Gnade

Donnerstag, 16. August 2012

Ich bin ein Held mit dusseligen Aktionen. Ich bekleckere mich gerne, ich sage Dinge, bei denen ich noch während ich spreche "Neinnnnnnnnnnnn! Wer ist das, der da redet???? Sofort aufhören!" denke. Ich knalle beim Yoga beim Sonnengruß mit meinem Kinn so heftig auf den Boden, dass es 2 Tage blau ist. Wickelkleider klaffen plötzlich komplett auf, wenn ich gerade alle Hände voll habe.

Ich hab mir mal beim Haarewaschen eine Gehirnerschütterung geholt, meinen Finger mit der Nähmaschine festgenäht, beim Tischfußball eine Sehnenscheidenentzündung erkickert und wenn irgendwo eine Ministufe ist - ich werde bestimmt darüber stolpern.

Leider hat Pippi das geerbt. War sie früher eher robust und schmerzfrei, hat sie mal ordentlich im Genpool gefischt und jetzt die gleiche Dusseligkeit wie ich.

Im Schwimmbad beim Tauchen gegen Stufen dotzen: Draht der festen Zahnspange springt nicht nur raus, sondern bohrt sich senkrecht zwischen den Lippen durch. Nicht nur unschön, sondern auch unpraktisch. Selbstverteidigungskurs in der Schule: Der etwas kleinere und schmächtigere Mitschüler landet mit Gehirnerschütterung über ihrer Schulter. Zwei Nächte schlecht geschlafen: Die Augen sind so blutrot unterlaufen, dass sie jede Vampirserie bereichern könnte.
Der Popstar überlegt schon, unsere Wohnung weiträumig mit Absperrband zu markieren, damit niemand Fremdes zu Schaden kommt, da wir im Doppelpack einfach infernalische Ausmasse annehmen. Denn aktuelle Erfahrungen beim Kanufahren zeigen: Zwei zum Chaos neigende Frauen an Board führen unweigerlich zu Schlägen mit dem Paddel (nicht nur am Hinterkopf und immer unbeabsichtigt!) und zu landschaftlich wirklich schönen, aber nicht zielführenden Fahrten im Kreis...




Home Sweet Home

Montag, 6. August 2012


Wir sind wieder daheim! Zwei Wochen Südfrankreich und ich fühle mich nach zwei Tagen Wäschemarathon schon wieder urlaubsreif...

Aber es war wunderschön!
Der Popstar hüpfte schon wieder fröhlich durch die Schwimmbecken und irritierte die französischen Ferienanlagenmitbewohner etwas mit seinen lila-neongrünen Ohrstöpsel, die leider nicht wirklich anatomisch geformt etwas unmotiviert aus den Ohren schauten. Aber da muss der Franzose sich nicht beschweren, denn das, was dort an täglichem Animationsprogramm durchgezogen wurde, erinnerte immer ein bisschen an eine Mischung aus der Muppetsshow und einer Persiflage auf Cluburlaub.
Animation an sich ist ja schon schlimm. Animation auf französisch lässt jedoch jedes Feingefühl missen - Savoir Vivre findet hier gar nicht statt und so musste man immer damit rechnen, dass eine rosagewandete und mit Federboas umwickelte Dame um die Hausecke stapfte (wo sind die grazilen Französinnen???)und einem die hinter sich herschleifende Lautsprecherbox auf die Terrasse knallte (man könnte ja ein Wort akustisch nicht verstehen). Huaaaah!

Eine wirklich lustige Bekanntschaft machten wir mit dem Abschleppdienst des französischen ADAC. Während unseres kinderfreien Tages (das ist das beste an dieser Art des Urlaubs! Die Kinder werden qualitativ hochwertig beschäftigt - nein, nicht im Kinderclub - und die Eltern können all die Schaufenster besichtigen und Kaffees trinken, die der Nachwuchs nur mit verdrehten Augen ansonsten mitmacht) haben wir die Gelegenheit gepackt, spannende Dinge ohne Pippi zu erleben.
Wirklich spannend wurde es schon kurz nach der Auffahrt auf die Schnellstraße als ich den Popstar bat, bei 100 doch bitte mal in den 2. Gang zu schalten - im ersten wärs einfach viel zu laut.
Als sein Blick nicht der übliche "Frau busybee! Sehr lustig, aber grad nicht qualifiziert", sondern eher besorgt war und das Auto auch nicht mehr nach Veilchen roch, sondern bestialisch stank, wurde die Zwangspause eingelegt.
Ich kürze an dieser Stelle:
70 Minuten später rollte ein uralt Abschleppwagen heran und heraus hüpfte die Mutter aller Hippiebräute mit grauem langem Haar, kurbelte unser Auto auf die Ladefläche und verfrachtete uns in den Abschleppwagen. Mal davon abgesehen, dass die Gurte nicht mehr vorhanden waren und der Popstar alle Drähte zum Aufbrechen von Autos während der Fahrt halten musste, weil sie uns sonst die Augen ausgestochen hätten, fuhr die Madame wie eine gesenkte S.., telefonierte dabei (nein, schrie in ihr Handy) und machte noch lustige Konversation.
Ich schwöre, ich werde mich nie wieder beim Popstar über sein unaufgeräumtes Auto beschweren und auch sein Fahrstil ist suuuuper!
Wir haben die Fahrt überlebt, bei anderen Verkehrsteilnehmern bin ich mir nicht sicher.

In der Werkstatt schlappten dann unmotiviert diverse Mechaniker durch die Gegend, die erst dann zum Leben erwachten, als Madame sie ins Schwitzkästchen nahm und sie abknutschte. Das nenn ich mal Mitarbeitermotivation! Und dann ging auch alles ratzfatz: Blick unter die Motorhaube, "Aaaah, ohhh, alles nicht schlimm!", bisschen rumschreien und diverse Autos durchprobieren, um eins als Leihwagen mitzugeben.
Das Rennen machte ein Punto aus dem Jahre 19xy, ohne Klimaanlage mit der Patina von vielen lustigen Stunden auf dem Beifahrersitz. Aber man beschwert sich nicht, wenns fäht und schnell geht und auch der Schaltknüppel, den der Popstar an der ersten Ampel in der Hand hielt, konnte beherzt mit einigem Geschick wieder festgedrückt werden.
Wieder was über den französischen Lebensstil gelernt!
In diesem Sinne: Ich geh mal weiterwaschen.

Diving

Mittwoch, 27. Juni 2012

Frau busybee sitzt am Computer und hat das Gefühl, Watte im Kopf zu haben. Beide Öhrchen zu. Der Popstar liegt im Bett und hat zwar nur ein Ohr zu, dafür mehr Schmerzen.
Aber von vorne: Alles begann Donnerstag. Und wie man am Blogtitel vermuten könnte, waren wir Haie beobachten und Delfine streicheln. Nein, leider nicht.
Pippi ist eine Meerjungfrau und am liebsten unter Wasser. Und wenn es annähernd über 15 Grad ist, muss sie schwimmen gehen. Da sie aber leider noch nicht alt genug ist, darf sich irgendjemand erbarmen, sie ins Schwimmbad zu begleiten. Letzen Donnerstag dann: Kühle 17 Grad und ein nörgeliges Kind. Frau busybee muss arbeiten, das Kind nölt und bettelt. Frau busybee beschließt, dass es zu kalt ist und der Popstar grad mal 2 Stunden zu Hause soll bitte mal zur Ruhe kommen. Kein Schwimmbad!
Kind bettelt und nölt weiter. Popstar untergräbt Frau busybees Autorität wegen seines permanent schlechten Gewissens, dass er so wenig zu Hause ist und schnappt sich Kind.
Hätte er besser gelassen.
Drei Stunden später: Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder zuhause. Gesprungen und zu schnell zu tief getaucht ist er und nun hat er Wasser im Ohr. Viel Wasser und beim Druckausgleich pfeift es durchs Ohr, dass man es ganz wunderbar von aussen hören kann.
Mein Mitleid ist noch an der Untergrenze. Kommt davon...
Halbe Stunde später liegt er auf dem Bett und weiss nicht, ob er sich vor Schmerzen oder Schwindel übergeben soll. Okeee... Kind parken, Mann ins Auto packen, Notaufnahme der HNO-Klinik.
Dort: Gähnende Leere. Da ist man gleich um einiges erleichtert, wenn man keine 2 Stunden warten muss (ist grooooße Uniklinik). Nach 3/4-Stunde immer noch Leere. Popstar windet sich, Frau busybee kennt alle Windowcoloursbilder und hat sie mehrfach durchgezählt. Nach einer Stunde laufen 2 kichernde Damen an uns vorbei. Frage mich kurz, ob wir richtig sind. Der Popstar mag keine goldenen Heftchen mit erbaulichen Bibelsprüchen mehr vorgelesen bekommen. Macht eh keinen Sinn, weil er nix mehr hört. Um es abzukürzen: Wir kamen irgendwann dran. Und leider schaute die nette Ärztin nicht ins Ohr und sagte: "2 Liter Wasser tun aber auch weh, die pumpen wir mal ab". Sondern: "Das Trommelfell ist komplett gerissen und muss sofort, jetzt auf der Stelle noch operiert werden." Ungehend Ohr abschneiden von hinten (ehrlich wahr!), Trommelfell reparieren, zunähen, nix mehr hören für 3 Wochen. Tolle Wurst für einen Musiker.
Frau busybee geht's mittlerweile schlecht, weil Not-OP kein Begriff ist, den sie wirklich mag. Der einzige Trost: Die beiden kichernden Damen waren die Nachtschwestern von der Station. 
Isch sachs euch, die haben sich ein Loch in den Bauch gefreut als wir ankamen. "Haaaa! Als wir Sie vorhin da sitzen gesehen haben, haben wir gesagt: Der kommt bestimmt nicht auf Station! So leckere Kerle kommen nie zu uns!" und lachen sich kaputt. Nun gut, ich finde Trombosestrümpfe mittelmässig sexy, aber ich verlasse gegen Mitternacht einigermassen beruhigt die Klinik (und werde im Gewitter nass bis auf die Unterhose - weil ja der Haupteingang um 8 geschlossen wird und ich erst ums ganze Gelände rennen muss - und die Klinik ist groooooß!). Die Damen werden noch die ganze Nacht um ihn rumscharwenzeln  und ihm Puderzucker in... äh das Ohr pusten. 
Machen sie auch am nächsten Morgen noch und am Mittag und am Nachmittag. Da liegt er nämlich immer noch unoperiert rum. Abends nehme ich ihn dann mit heim. Kein Anästhesist für den Popstar. Zu viele Kaiserschnitte. Ohren können warten, Babys nicht. Ist einleuchtend.
Zuhause: Pippi ist bös erkältet. Sehr bös (Und ich sach ja noch...Schwimmbad und so...)
Zurück zum Anfang. Der Popstar wurde montags operiert. Da gab es keine netten Schwestern. Wenn ich mal wieder richtig schlechte Laune habe, berichte ich davon. Gestern wurde er dann rausgekehrt, weil sein Bett schon 2x neu vergeben war. Und Frau Busybee dann mit Erkältung von Pippi. Böde. Sehr böse...


Und hier dann noch die offizielle Variante zum Thema Schwimmbadbesuch:
Mermaid Swimming Club

So isses

Dienstag, 12. Juni 2012

"Ach!", sag ich beim Mittagessen zum Popstar, "Pippi durfte aus 98 AGs wählen. Weisst du, was bei raus kam?!"
Popstar: "Klar, habs in deinem Blog gelesen. Reden wird sowieso überbewertet"
So ist das.

Einmal Lachen verkaufen

Donnerstag, 10. Mai 2012



Ich fang mal damit an: Gaaanz links aussen auf dem Bild - das bin ich! (für alle, die mal wissen wollten, wie ich tatsächlich so ganz real und in Farbe aussehe. Adrett, oder?). Daneben der Popstar und ganz vorne unser Haus- und Hoffotograf.


Wo ich da stehe? Auf Lanzarote. Auf einem Balkon. Von einem Haus, das schon das Idol meiner Kindertage betreten hat! Tommy Ohrner. Hochgottsche, fand ich denn toll! Gedreht wurde dort damals Timm Thaler und das „höllische“ Domizil des Barons wird aus Ausschnitten des Hotels Grand Melia Salinas, des Mirador del Rio und des Jameos del Agua auf Lanzarote dargestellt. Sehr cool.
Weniger cool war die Fahrt dorthin über diverse Ringelstraßen. Zwei Menschen, die ihr Lachen zu dem Zeitpunkt zwar nicht verkaufen wollten, aber zumindest kurzzeitig verloren haben. So ist das im Alter. Da wird's einem auf der Schaukel übel und im Autochen sehnt man sich nach Tütchen.


Aber was tut man nicht alles, um dem Popstar mal ab und an live erleben zu dürfen. Man reist mit zu seinem Booking und findet es grandios, dass dort die Sonne scheint. Die einzige Bedingung, dass Pipi mich mitreisen lies: Bring mir ein Stück Vulkan mit!
Klaro. Mach ich. Die diversen Kilo Übergepäck vom Popstar mit all seinem Zeugs, Verkleidungen (haha! Das klingt so schön nach Kinderfasching. Bühnenoutfit nennt man das.) und Kabelverknotungen lassen locker Platz für einen kleinen Vulkan!
Und dem Zoll erklär ich einfach, dass die Dreckwäsche bei uns immer so schwer ist. Kristallisierter Popstarschweiß.

Frühlingsgefühle oder: Das Bein muss ab!

Dienstag, 20. März 2012

Trallala, der Frühling ist da!
Und der Popstar ist wieder unterwegs. Denn merke: Je wärmer, desto mehr Auftritte.
Das hat seine Vor- und Nachteile. Einer der Nachteile: Ich bin am Wochenende meist allein daheim. Der Vorteil: Ich bin am Wochenende meist allein daheim. 
Auf dem Sofa rumfläzen. Verbotene Sachen in mich reinstopfen. Unterdurchschnittlich literarisch anspruchsvolle Zeitschriften lesen. Und so.
Letzten Samstag wurde ich dann aber jäh aus meinem Mädchenglück gerissen und durfte den Helden auf eine Veranstaltung begleiten. Und wie eingangs ja schon erwähnt: Der Frühling ist da! Und das Motto der Veranstaltung war eines meiner Lieblingsthemen: Springbreak. Ich denke da natürlich ausschließlich an Schmetterlinge, sprießende Blümchen und laue Luft und versuche all die anderen mit diesem Thema verbundenen Assoziationen zu verdrängen.


Und so macht sich ganz schnell die Frage breit: Was zieht frau an. Um die Sache abzukürzen: ich stand irgendwann mit Blümchenkleid vor dem Spiegel und Pipi rief: "Mama, mit den Beinen kannst du unmöglich weg! Das sieht besch... aus!"
Super.
Ganz super.
Ich muss gestehen: Mit meinen 1,59m bin ich kein gazellenartiges Wesen und als Beindouble wegen fehlender sportlicher Aktivitäten auch nicht unbedingt geeignet, aber ganz schlimm ist es auch nicht. Sie sind weder adipös, noch unrasiert. Einfach meine Beine halt.


Worauf Pipi mit entsetzten Augen starrte, sind zwei riesige Narben - eine rechts und eine links. Und diese Narben sehen natürlich auf winterweißen Beinen nicht superdoll aus. "Ach Frau busybee, das sind halt Narben, da machen Sie sich besser nichts draus. Die stören niemanden," könnte man jetzt rufen.
Aber sie stören.
Sie stören vor allem deshalb, weil sie nicht in heldenhafter Pose beim Bergen eines Kindleins aus einer Gletscherspalte entstanden sind. Oder beim Sturz vom Fahrrad beim Ironman.
Nein. Leider nein.
Frau busybee fiel in hochhackigen Schuhen eine Wendeltreppe runter. Auf den Schienbeinen. In einem Club. Vor vielen Leuten.
Muss ich mehr sagen?


Und warum sind die Narben so heftig? Weil Frau busybee ja gerne bei den eleganten Italienerinnen abguckt, die gerne ganz feinmaschige Netzstrümpfe tragen (sieht man kaum und man ist trotzdem super angezogen!). Und diese Netzstrümpfe arbeiteten sich während meines Schienbeinrutschers in die offenen Wunden. 
Und damit es auch wirklich peinlich ist und man noch Jahre später was davon hat, sprang mir gleich die helfende Geschäftsführerin mit Sakrotan entgegen, das sie großzügig mit folgenden Worten in die Wunde sprühte. "Ei man weiß ja nie, was da für Schmodder so auf der Treppe rumliegt. Was da so alles abgeht!"
Ich hab den Satz erst spät kapiert, da ich ansonsten damit beschäftigt war, nicht zu laut zu heulen. Oder so. Die Contenance war nur schwer zu halten...
Das ist jetzt 4 Monate her.
Und es sieht wirklich beknackt aus. Keine Frage.
Auch mit hautfarbenen Strumpfhosen.
Krise am Samstagabend.
Krise für den Rest des Frühlings.

Keep Cool

Freitag, 30. Dezember 2011

Frau busybee und der Popstar sind grad im Freizeitstress. Pippi bei der Oma und keine Auftritte zwischen den Jahren. Also müssen wir uns zwingen, das Haus zu verlassen und/oder Dinge zu tun, die andere Paare unterm Jahr auch so machen.
Flach fällt dabei schon mal alles, was irgendwie mit Musik oder Club zu tun hat. Soll ja auch Freizeit sein für den Popstar - und für mich... Kino find ich mittlerweile UNGLAUBLICH teuer - zumindest, wenn dabei noch Kalorien und Kohlehydrate abgedeckt werden sollen (müssen). Gibt's bei uns aufm Sofa günstiger, ist aber nicht Sinn der Übung.
Also Übung 1: Essen gehen mit Freunden. Mit Bravour gemeistert.
Übung 2: Museumsbesuch
Übung 3: Bummel in der großen Stadt.

Übung 2 und 3 lassen sich perfekt kombinieren, zumal im Anschluss noch Übung 4 folgen soll (Treffen mit Freunden, die man seit einem Jahr treffen wollte - aber das wird eine andere Geschichte).

Strategisch setzte ich das Bummeln vor das Museum, denn wenn die ersten Ermüdungserscheinungen beim Popstar auftreten, kann man ihn notfalls im Museum auch auf einem Bänkchen parken.

Also frohen Mutes in dei Stadt gefahren, volle Parkhäuser ignoriert und Menschenmassen ausgeblendet. Man will sich nicht die Laune verderben lassen. Erste Andeutungen des Popstars, dass man schon irgendwie blöd ist, zwischen den Jahren in die Stadt zu fahren, werden charmant über-plaudert.

Frau busybee muss sich unbedingt den neuen Urban Outfitters-Laden ansehen. Kennt sie ja noch von ihrer Zeit im Amiland und war damals für sehr cool befunden worden. Ist aber aber jetzt auch schon 10 Jahre her und diese 10 Jahre addieren sich automatisch noch auf das eigentliche Alter von Frau busybee als sie das Angebot begutachtet.
Ich gestehe: Es gibt dort ziemlich coole Sachen. Auch Sachen, die ich gern hätte. Aber die Leggins mit dem pastellfarbenen Inkamuster gingen schon in den 80ern nicht. Und das Mädel, das aus der Umkleidekabine tritt, sieht ähnlich dämlich aus wie ich in dem Alter. Nur die Dauerwelle fehlt!
Der Popstar findet die Treppen cool und mutmaßt, dass der Eckendreck extra designt und morgens ausgestreut wird.
Wir finden uns uncool.

Wir beschließen, in einen großen Elektronikmarkt zu gehen, um "Die Päpstin" auf DVD zu holen. Haben wir zur Hälfte gesehen. Dann brach die Aufnahme auf dem Receiver ab. Ich guck doch keinen Papstfilm, um den Höhepunkt zu verpassen...
Nach 5 Minuten läuft ein Schweißfilm die Wirbelsäule runter und der Film ist uns egal.
Wir finden die Klimaanlage uncool.

Jetzt will Frau busybee unbedingt in den amerikanischen Laden mit dem großen H mit den halb nackten Männern vor der Tür. Man will ja was in der großen Stadt erleben, wenn man sich schon mal aus der Provinz schält. Wie immer steht dort eine Schlange vor der Tür. Der Popstar gibt uns 10 Minuten Wartezeit - wenn wir bis dahin nicht drin sind, blasen wir alles ab.
Es dauert 8 Minuten und der Popstar ist noch immer gut gelaunt. Kurz denke ich über Trauringe nach.
Kurz hinter dem Eingang wird Frau busybee von einer Gruppe Teenies überrannt. Kann die Täter aber nicht ausmachen, weil es zu dunkel ist.
Finde tatsächlich eine unglaublich weiche Sweatjacke mit angedeutetem Schäfchen in der Kapuze, die ich haben muss. Größentechnisch wende ich mich an einen knackigen Jüngling, der mir ein "Welcome to the beach" entgegenschmettert.
Strand mit Tornado. Ich versteh nix, weil die Musik in Clublautstärke spielt.
Der Popstar findet die Mucke cool und auch die Fenster, die einem vorgaukeln, auf Wellen zu schauen.
Ich verlange nach der größten Größe und fühle mich irgendwie fett. Macht nix. Die Jacke kuschelt optimal.
Nach meinem Zeitplan müssten wir zu diesem Zeitpunkt wieder auf dem Weg zum Auto, Richtung Museum sein. Nach dem neuen Zeitplan stehen wir wieder am Eingang. Diesmal drinne. Vor uns eine Schlange durch den gesamten Laden.
Der Popstar wird maulig. Die beiden Mädels, die sich nach 20 Minuten Wartezeit vordrängeln wollen, leben kurzzeitig sehr gefährlich. Der Schweißfilm vom Elekronikmarkt wird wieder aufgewärmt und fließt munter. Ich bin maximal uncool und maule lauter, der Popstar stiert stoisch vor sich hin.
45 Minuten hinterm Zeitplan.
Ich versuche mich aufzuheitern, indem ich den Popstar lobe. Er versteht mich nicht. Es ist immer noch laut.
60 Minuten hinter dem Zeitplan, kurz vor der Kasse, wird der kulturelle Part des Ausflugs gestrichen. Der Popstar bietet letzte Kräfte auf und ist auch noch freundlich zur Kassiererin. Eigentlich steht er doch gar nicht auf blond?
Wieder draussen fühlen wir uns ermattet und kaum mehr in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Und man darf es noch nicht mal erzählen, wo man war, weil man sonst direkt für unzurechnungsfähig erklärt wird.
Ich geh jetzt mit meiner neuen Jacke kuscheln. Die muss jetzt den Kaufstress ausgleichen.
 

© *** busybee All rights reserved . Design by Blog Milk Powered by Blogger